Neue Gestaltungsmöglichkeiten bei der umsatzsteuerlichen Organschaft nutzen

Neue Gestaltungsmöglichkeiten bei der umsatzsteuerlichen Organschaft nutzen

Entgegen dem Gesetzeswortlaut sind nach neuester BFH- Rechtsprechung nunmehr umsatzsteuerliche Organschaften auch mit Personengesellschaften möglich. Die Voraussetzungen hierfür sind aber noch nicht abschließend geklärt, weil der V. Senat eine vollständige Beherrschung der Personengesellschaft verlangt, während der XI. Senat nur GmbH & Co. KG’s als Organgesellschaften anerkennt. Hier bahnt sich also möglicherweise ein Streit zwischen den beiden Umsatzsteuer-Senaten des BFH an.

Praxistipp:

  • Die umsatzsteuerliche Organschaft kann vorteilhaft sein, wenn der Organträger an die Organgesellschaft Leistungen erbringt und die Organgesellschaft umsatzsteuerfreie Leistungen ausführt und deshalb nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Bei einer Organschaft wären die Leistungen des Organträgers als sog. Innenumsätze nicht steuerbar. Ohne Organschaft müsste der „Organträger“ seiner Tochtergesellschaft Umsatzsteuer in Rechnung stellen, die die Tochtergesellschaft nicht als Vorsteuer abziehen könnte.
  • Problematisch ist die neue Rechtsprechung aber insoweit, als eine umsatzsteuerliche Organschaft auch ungewollt bestehen kann und ein bislang geltend gemachter Vorsteuerabzug der Organgesellschaft vom FA rückgängig gemacht werden könnte. Dieses Risiko vergrößert sich nun künftig, weil der Anwendungsbereich der Organschaft erweitert wird. Die Finanzverwaltung hat auf die neue Rechtsprechung noch nicht reagiert.

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